Ein Ausflug in die als „bunteste Höhle Amerikas“ angepriesenen Ohio Caverns.

Wenn man von der schwäbischen Alb kommt, hat man ja schon so manche Höhle gesehen. Daher waren wir nicht besonders aufgeregt, als wir an der Ohio Caverns ankamen. Die Höhle liegt rund eine Autostunde nord-westlich von Columbus. Angeboten werden zwei unterschiedliche Führungen, die Historic Tour und die Natural Wonders Tour. Die Historic Tour führt den Besucher durch den ursprünglichen Teil der Höhle. Dieser war schon von 1897 – 1925 für Besucher zugänglich. Allerdings ging es damals noch etwas anders zu als heute.

Namen an der Wand

Namen an der Wand

Gegen eine sehr geringe Gebühr konnte man sich beim Besitzer eine Carbid-Lampe ausleihen und dann in das Loch in die Höhle einsteigen. Zur damaligen Zeit, gab es in der Höhle selbst natürlich noch keine Beleuchtung. Man hatte die Lampe und das war’s. Ging die Lampe aus, musste man warten, bis der Besitzer kam und einen wieder hinausführte… Dafür durfte man in die Höhle hinein soweit man wollte oder sich traute. Es war Brauch, am Umkehrpunkt seinen Namen und das Datum an die Wand zu schreiben. Viele Namen sind heute noch gut lesbar. Dieser Teil der Höhle bietet tolle Farben insbesondere alle möglichen Rot und Brauntöne. Allerdings gibt es keine Tropfsteine mehr, da die ersten Besucher mitnehmen konnten, was sie wollten. Nach einer Strecke von ca. 1,2 km und 45 Minuten Führung ist man wieder zurück im Visitor Center.

Bunte Streifen

Bunte Streifen

Entdeckt wurde die Höhle mehr oder weniger per Zufall. Auf dem Grundstück war eine Vertiefung, in der sich nach starkem Regen immer Wasser ansammelte. Eines Tages war die Vertiefung wieder vollgelaufen. Als der Grundstücksbesitzer am nächsten Tag wiederkam, war das Wasser plötzlich verschwunden, was vorher noch nie passiert war. Der Farmer wollte der Sache buchstäblich auf den Grund gehen und fing an zu graben. Dabei hat er den Eingang zur Höhle entdeckt. Geschäftstüchtig, wie er war, hat er die Höhle gleich ein paar Wochen später zur Besichtigung freigegeben…

Wasserpumpe

Wasserpumpe

Die zweite Tour ist die Natural Wonder Tour, die knapp eine Stunde dauert und einen 1,6 km durch die Höhle führt. Auf dieser Tour sieht man viele schöne weiße Tropfsteine, die allerdings ganz anders als die uns bekannten von der schwäbischen Alb aussehen. Es gibt sehr viele sogenannte Soda Straws – also Strohhalm Tropfsteine. Diese sehen wirklich aus wie Strohhalme und sind innen hohl. Außerdem gibt es eine ganze Reihe sehr eigenartig geformte Tropfsteine, wie z.B. die Wasserpumpe. Was mich sehr beeindruckt hat, ist die helle, fast weiße Farbe der Tropfsteine. Ein Superlativ darf natürlich in keinem amerikanischen Ausflugsziel fehlen. So gibt es hier den größten freihängenden Tropfstein in Ohio, den Kristall König.

Eine weitere Besonderheit sind die Reißverschluss-Tropfsteine – so sagen zumindest die Amerikaner dazu. Solche Tropfsteine habe ich noch nie vorher gesehen. Sie sind braun und bestehen hauptsächlich aus Eisenoxyd oder einfacher gesagt aus Rost, erinnern an einen Reißverschluss und sehen einfach toll aus. An manchen Stellen sind die weißen und die braunen Tropfsteine kombiniert und sehen dann wie geräucherter Speck aus oder unter einem braunen Stiel hängt ein weißer Zapfen…

Nach so viel Höhle gab es für die Kinder noch einen Beutel voller Sand und Edelsteine, zum Auswaschen wie zu Goldgräbers Zeiten.

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