BBQ – 5 hrs fall off the bone ribs

Nach fast 3 Jahren USA hat unser Tommy Expat es endlich heraus! Mit Apfelholz geräucherte Spare Ribs, so zart, dass sie vom Knochen abfallen. Spezieller Dank dafür gebührt meinem Kollegen Bill für das Rezept.

After 3 years I finally made it. Fall off the bone ribs, so tender they really fall off the bone. Spezial thanks to my colleague Bill for the cooking instructions.

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Man nehme:

  1. Eine bis zwei Handvoll Holzchips zum Räuchern. Diese 30 Minuten in Wasser einweichen – Apfel oder Hickory eignet sich gut
  2. Den Grill auf 110 C vorheizen
  3. Eine ganze Seite Baby Back Ribs und ziehe die feine Haut auf der Knochenseite ab
  4. Kräftig (und ich meine wirklich kräftig) würzen. Meine Ribs waren zart aber fad…
  5. Die Holzchips abgießen und in einer sog. Räucherbox direkt auf den Brenner legen oder beim Kohlegrill direkt auf der Kohle verteilen
  6. Die Ribs gemütlich 2 Stunden bei 110 C und indirekter Hitze (also neben der Kohle oder dem Gasbrenner) grilllen. Deckel geschlossen lassen, damit der Räuchereffekt auch eintritt
  7. Danach je nach Geschmack mit Apfelsaft und braunem Zucker – die Amis mögen es süß – oder mit Bier beträufeln und in Alufolie einwickeln. Nochmal 2 Stunden auf indirekter Hitze weitergrillen (110 C)
  8. Ribs aus der Folie nehmen und nochmals für 1 Stunde auf indirekter Hitze und 110 C weiter grillen
  9. Je nach Geschmack in den letzten 30 Minuten 1-2 Mal mit der Lieblings-BBQ Soße bestreichen
  10. Genießen

Für „normale“ Spare Ribs die Grilldauer auf 3-2-1 erhöhen…

 

Kreditkarten in USA oder die Schwierigkeit eine zu bekommen

Die Kreditkarte ist in den USA kaum mehr wegzudenken. Also will natürlich auch Tommy Expat eine haben. Nach ein paar Monaten mit regelmäßigen Gehaltszahlungen und bewaffnet mit einem Schreiben seiner Firma zum Einkommen geht er auf die Bank und beantragt eine Kreditkarte. Zwei Wochen später erhält er einen Ablehnungsbescheid mit der Begründung, er hätte keine Krediterfahrung – Wie bitte???

Dazu muss man wissen, dass in USA alles über die sogenannte Credit History geht. Diese bestimmt, ob man einen Kredit bekommt und falls ja, wie viel Zinsen man zahlen muss. Gute Credit History = niedrige Zinsen. Bad Credit = hohe Zinsen oder man bekommt gleich gar keinen Kredit.

Tommy Expat hat aber gar keine History, weil er noch nie einen Kredit in USA aufgenommen hat – quasi ein völlig unbeschriebenes Blatt. Das macht ihn in den Augen der Bank nur noch verdächtiger. Ein Mittvierziger ohne Credit History, da muss etwas faul sein!

Wie schafft man es nun, eine Credit History aufzubauen? Nun man nimmt einen Kredit auf, sofern man ihn überhaupt bekommt (zu wahnsinnigen Zinsen, weil man ja eine schlechte Bewertung hat) und zahlt diesen regelmäßig zurück. Tommy Expat bräuchte dafür jemanden, der für ihn bürgt, denn er hat ja gar keine History.

Damit ist Tommy in einer blöden Lage. Sein Einkommen, Kontostand, das regelmäßige Zahlen von Rechnungen, Miete, Strom, Wasser, etc. interessiert niemanden. Es zählt nur, ob er schon einmal einen Kredit hatte und diesen zurückgezahlt hat. Aber Tommy verdient genug, so dass er keinen Kredit braucht, um einen Fernseher oder Kühlschrank zu kaufen. Also kein Kredit = kein Score = keine Kreditkarte. Fraglich ist, ob er überhaupt einen Kredit bekommen würde…

Doch es gibt ein Licht am Ende des Tunnels – eine Kreditkarte speziell für Personen zum Aufbau einer Credit History. Hurra, das ist es. Doch Halt – was steht da im Kleingedruckten… 90$ Jahresgebühr und maximaler Verfügungsrahmen 200$. Das ist wohl ein Scherz, 200$, da kann er ja noch nicht einmal im Supermarkt einkaufen. Na, das ist wohl nix für Tommy 😦

Glücklicherweise gibt es noch die sogenannte Debit-Card. Die ist vergleichbar mit unserer EC-Karte, der Betrag wird sofort vom Konto abgebucht und in den meisten Fällen akzeptieren Läden diese genau wie eine Kreditkarte – Da hat unser Tommy noch einmal Glück gehabt.

We are the Champions

Wir sind Champions, wir, das heißt das College Football Team von Ohio State.

Die Ohio State Buckeyes haben im Finale gegen Oregon die National College Meisterschaft gewonnen. Übrigens die erste USA-weite College Meisterschaft überhaupt. Man muß sich das ungefähr so vorstellen, als würde Schalke deutscher Meister, die Champions-League und den Europapokal gleichzeitig gewinnen. Der Hype hier in Columbus, der Hauptstadt von Ohio ist unglaublich. Auf den Linienbussen stand statt der Fahrtrichtung „Go Bucks – beat Oregon“, im Radio hörte man nichts anderes mehr und die Zeitung hat 50.000 zusätzliche Exemplare gedruckt, die alle schon nach kurzer Zeit vergriffen waren. Man geht davon aus, dass der Dienstag nach dem Spiel der unproduktivste Tag seit Menschengedenken in Ohio war…

Inzwischen gibt es alle möglichen Jubelartikel, Kaffeetassen, Schnapsgläser, sogar Cola Dosen! Auch wir konnten uns dem Hype nicht mehr entziehen und haben uns mit T-Shirts, der Celebration-Cola und den passenden Kühlern dazu ausgestattet.

Go Bucks!

Ohio State ist übrigens nicht ganz unumstritten in die Play-Offs eingezogen. Anders als man das von Deutschland kennt, bestimmt nämlich nicht der Punktestand in der Tabelle über den Einzug in die Play-Offs, sondern die Mannschaften werden von einem Gremium bestimmt. Aber wen interessiert das heute noch – We are the Champions!

Seit unserem ersten Besuch im Stadion bin ich übrigens zum Football Fan mutiert und schaue mir die meisten Spiele im Fernsehen an… die Finalspiele natürlich erst recht. Einmal kam sogar meine Frau vorbei, um nachzusehen, ob mit mir alles in Ordnung ist, ich würde so komische Töne von mir geben. Vielleicht sollte mir das zu Denken geben… aber was soll’s – We are the Champions!

Baseball Batting Cage oder unsere Amerikanisierung – Teil 3

Unserer Amerikanisierung schreitet weiter unaufhaltsam voran. Nachdem wir nun schon an der amerikanischen Volkszählung teilnehmen durften und zwischenzeitlich selbst gebackene Kuchen sehr amerikanisch aussehen, waren wir nun doch tatsächlich in einer Baseball Batting Cage. Baseball ist – zumindest im Fernsehen – das wohl langweiligste Spiel der Welt, aber die Amis sind trotzdem verrückt danach. Nun, wir waren unterwegs und haben an einer Farm mit „homemade icecream“ angehalten. (Das Eis war OK, der Laden hatte allerdings den Charme eines McDonalds…) Aber es gab eben auch ein paar Baseball Batting Cages. Bei einem Preis von einem Dollar für 12 Bälle konnten wir uns den Spass nicht entgehen lassen und haben ein paar Runden mit dem Baseball Schläger auf die Bälle eingedroschen. Wir haben uns allerdings die langsame Variante von 30 – 40 mph ausgesucht. Es gab auch eine schnelle mit 90 mph… Aber selbst so hatten wir am Anfang unsere liebe Not die Bälle zu treffen.

Spass gemacht hat es – aber ich finde Baseball im Fernsehen immer noch langweilig!

Unglaubliche 7 Mrd $ für Halloween?!?

Halloween_HeaderJawohl, ihr habt richtig gelesen. Die Ami’s gaben letztes Jahr rund 7 Mrd. Dollar für Halloween aus.  Halloween erzielt damit den zweithöchsten Umsatz nach Weihachten. Unglaublich – oder? Laut Bericht haben insbesondere Kostüme für Erwachsene und Hausdeko zum rapiden Anstieg in den letzten Jahren beigetragen. Ich muss allerdings zugeben, dass eine gewisse deutsche Familie auch ihren Beitrag dazu geleistet hat, denn wir haben natürlich auch Deko vor dem Haus. Der Großteil der Summe geht in Kostüme und sagenhafte 2 Mrd. Dollar gehen für Süßigkeiten drauf.

Happy Halloween…

 

Where is George – Tracking von Geldscheinen

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Seit Monaten liegt George Washington in Form einer Ein-Dollar Banknote hier rum und wartet darauf endlich auf meinem Blog zu erscheinen. Was ist nun so besonders an diesem Schein? Er ist mit einem roten Stempel markiert und jeder der ihn bekommt soll den Standort auf wheresgeorge.com registrieren. Auf diese Weise will die Notenbank herausfinden, wie sich Geld in Amerika bewegt. Zuerst dachte ich ja, was für ein Depp hat denn da auf dem Schein rumgestempelt, aber ich fnde die Idee Klasse.

Leider ist diese Banknote noch nicht so weit herum gekommen. Aber es gibt auch Banknoten, die richtig viel unterwegs waren, bis sich ihre Spur verliert…

Tracking Report

Tracking Report

USA und Alkohol – trinken nur für 21 and over

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Selbst nach 2 Jahren verblüffen mich manche Regelungen immer noch. So auch wieder vor kurzem im Bundesstaat Massachusetts. Dies, und mein Vorsatz wieder mehr über das Leben in USA zu berichten, gab mir endlich den notwendigen Kick für diesen schon lange in meinem Kopf herumschwirrenden Artikel.

Was war passiert? Meine Frau wollte in Massachusetts Wein einkaufen, doch es war erst 11:30 und so erfuhr sie, dass dort Alkohol erst ab 12:00 Uhr verkauft werden darf. It is a state law, you know… Nein, natürlich wusste sie das nicht. Es macht ja auch voll Sinn, Alkohol erst ab 12:00 Uhr zu verkaufen *augenroll*.

Insgesamt darf man in USA Alkohol erst ab 21 Jahren kaufen und trinken. Logisch! Alkohol trinken ist ja auch viel gefährlicher als Autofahren, das man schon mit 16 Jahren darf oder eine Schusswaffe kaufen, was bereits mit 18 Jahren erlaubt ist. Auch zur Armee darf man schon bevor man Alkohol trinken darf. Das sind übrigens Regeln, die selbst viele Amerikaner nicht verstehen. Andererseits sind 74% gegen eine Reduzierung des drinking age auf 18 Jahre.

Im Walmart...

Im Walmart…

Geht man also Alkohol einkaufen, muss man eigentlich fast immer seinen Ausweis (ID) zeigen. In USA ist das der Führerschein. In Ohio übrigens ganz einfach gestaltet, ist man über 21, erhält man einen Führerschein im Querformat, ist man jünger im Hochformat. Damit muss der Verkäufer noch nicht mal Kopfrechnen… Selbst in einem Restaurant kann es einem passieren, dass man mit seinen beiden Kindern am Tisch sitzt, ein Bier bestellt und die Bedienung fragt nach der ID… Egal wie schlecht man im Schätzen des Alters ist, weder ich noch meine Frau gehen als unter 21 durch! Aber hier schlägt eine andere ebenso übertriebene amerikanische Gepflogenheit durch – bloß niemanden diskriminieren. Das führt dann zu We ID everybody. Ein wenig lustig ist es allerdings schon, wenn der ca. 70-jährige Opa am Nebentisch nachweisen muss, dass er schon über 21 ist… Walmart macht hier eine Ausnahme, hier muss man seinen Ausweis nur zeigen, wenn man unter 40 ist… Ich frage mich, was das ändert…

Hat man also im Supermarkt seine ID gezeigt und alles ist OK, heißt das noch lange nicht, dass man sein Bier auch gleich bekommt – Nein, nein, wenn nämlich die Kassiererin unter 21 ist, muss erst jemand über 21 kommen, der Wein oder Bier scannen und verpacken darf. Personen unter 21 dürfen offensichtlich die Flasche Alkohol noch nicht einmal berühren. Vermutlich ist Alkohol in USA selbst in Glasflaschen ansteckend…. Ich warte auf den Tag, an dem wir verhaftet werden, weil unsere Kinder eine Weinflasche im Einkaufswagen berührt haben 😉

Tja und natürlich gilt auch hier keine Regel ohne Ausnahme. Normalerweise muss nur der Käufer seinen Ausweis zeigen, das gilt aber nicht für Alaska. Denn dort müssen alle den Käufer begleitenden Personen ihren Ausweis zeigen, sobald etwas gekauft wird. Dies hat meiner Frau einen kleinen extra Spaziergang zum Auto beschert, denn sie hatte ihren Ausweis nicht dabei.

Abgesehen von Dry States, in denen es Alkohol nur im Liquor Store gibt, gibt es auch „normale“ oder eben nicht Dry States. In diesen Staaten gibt es Alkohol bis zu einer bestimmten Grenze im Supermarkt. Wer nun denkt diese Grenze ist von Bundesstaat zu Bundesstaat gleich liegt natürlich wieder falsch. In Ohio liegt die Grenze bei 21% es gibt also Bier, Wein und Likör, quasi paradiesische Zustände. Für Schnaps, Whiskey etc. muss man in den Liquor Store gehen. In Oklahoma jedoch liegt die Grenze bei 3,2% und man findet dort nur speziell gebrautes Bier mit genau 3,2% Alkohol. Im Liquor Store darf dort Bier mit mehr als 3,5% nur ungekühlt verkauft werden. Besonders gut gefällt mir eine Regelung aus Indiana, dort darf Alkohol an Wahltagen erst nach Schließung der Wahllokale verkauft werden.

Aber es gibt noch weit mehr Regeln (z.B. hier), von Bundesstaat zu Bundesstaat unterschiedlich und manchmal sogar innerhalb eines Staates… In Alaska mussten wir feststellen, dass es dort neben Dry Counties auch Dry Cities gibt, also Städte in denen es Alkohol nur in Liquor Stores gibt. Außerhalb der Stadt kann man den Alkohol dann wieder im Supermarkt kaufen. Als ob das jemanden vom Trinken abhalten würde…

Achja, das Bild oben ist ein Wristband, das kommt bei den wenigen Festivals zum Einsatz bei denen Bier ausgeschenkt wird. Nach einer Kontrolle des Ausweises erhält man dieses Band und kann dann tatsächlich richtiges echtes Bier kaufen und im Freien trinken. Aber bitte immer nur 2 auf einmal (kaufen, nicht trinken). Wenn man also eine Runde für die Freunde schmeißt muss man ein paar Mal laufen, aber das geht 😉 – man kann nämlich zwei mal zwei Bier kaufen, aber keine vier auf einmal…

Ach – ich könnte noch viel mehr Anekdoten zum Thema schreiben…, z.B. dass unser Praktikant aus Deutschland keinen Alkohol kaufen konnte, weil sein Ausweis 10 Jahre gültig ist und das der Verkäuferin komisch vorkam…

Schreibt doch was ihr erlebt habt – ich freue mich auf Kommentare.

Prost!