Es fährt ja noch… oder ein Hoch auf Duct-Tape

Tommy Expat, seines Zeichens nicht nur deutscher sondern schwäbischer Ingenieur, musste sich in Amerika ja an so manches gewöhnen. Als schwäbischer Tüftler und Sparfuchs steht bei ihm die Liebe zum Detail und die gute Pflege seiner Sachen natürlich immer ganz oben. Doch was musste er auf der anderen Seite des Atlantiks alles sehen… Sorgsamer Umgang – Fehlanzeige… Reparatur? Klar, immer her mit dem Duct-Tape.

Duct-Tape ist das Mittel der Wahl für alle Reparaturen und damit natürlich auch am Auto. Unser Tommy kam manchmal aus dem Staunen nicht mehr heraus und so wurde: „Es fährt ja noch.“ zum geflügelten Wort in Tommy’s Familie. Ein Auto ohne Auspuff mit dem Sound eines Panzers war ja fast schon alltäglich. Aber es gab auch noch die richtigen Knaller, z.B. mit Klebeband befestigte Stoßstangen, Türen die mit dem Gummispanner zugehalten werden, komplett zugeklebte Fenster, die Gripp-Zange als Lenkradersatz, komplett fehlende Kotflügel… Es gibt nichts, was es nicht gibt und manchmal hofft man, dass das Auto die nächste Bodenwelle noch überlebt – oder dass zumindest die Bremsen noch einigermaßen funktionieren.

Leider hat man im entscheidenden Moment weder Kamera noch Handy griffbereit, aber ein paar Bilder gibt es doch…

Ohne TÜV ist eben auch keine Lösung 😉

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Anleitung zum Öffnen einer Türe?!

 

wpid-2015_tuer_oeffnen.jpgUnser Tommy Expat hat ja schon so allerhand erlebt. Aber eine Anleitung zum Öffnen einer Türe, das gab es noch nicht! Gesehen hat er das Schild auf der kanadischen Seite von Niagara Falls, an der Verbindungsbrücke zwischen Hilton Hotel und Casino. Vielleicht sind die Leute an dieser Stelle total frustriert oder so entzückt, dass sie vergessen, wie man eine Türe öffnet…

Kreditkarten in USA oder die Schwierigkeit eine zu bekommen

Die Kreditkarte ist in den USA kaum mehr wegzudenken. Also will natürlich auch Tommy Expat eine haben. Nach ein paar Monaten mit regelmäßigen Gehaltszahlungen und bewaffnet mit einem Schreiben seiner Firma zum Einkommen geht er auf die Bank und beantragt eine Kreditkarte. Zwei Wochen später erhält er einen Ablehnungsbescheid mit der Begründung, er hätte keine Krediterfahrung – Wie bitte???

Dazu muss man wissen, dass in USA alles über die sogenannte Credit History geht. Diese bestimmt, ob man einen Kredit bekommt und falls ja, wie viel Zinsen man zahlen muss. Gute Credit History = niedrige Zinsen. Bad Credit = hohe Zinsen oder man bekommt gleich gar keinen Kredit.

Tommy Expat hat aber gar keine History, weil er noch nie einen Kredit in USA aufgenommen hat – quasi ein völlig unbeschriebenes Blatt. Das macht ihn in den Augen der Bank nur noch verdächtiger. Ein Mittvierziger ohne Credit History, da muss etwas faul sein!

Wie schafft man es nun, eine Credit History aufzubauen? Nun man nimmt einen Kredit auf, sofern man ihn überhaupt bekommt (zu wahnsinnigen Zinsen, weil man ja eine schlechte Bewertung hat) und zahlt diesen regelmäßig zurück. Tommy Expat bräuchte dafür jemanden, der für ihn bürgt, denn er hat ja gar keine History.

Damit ist Tommy in einer blöden Lage. Sein Einkommen, Kontostand, das regelmäßige Zahlen von Rechnungen, Miete, Strom, Wasser, etc. interessiert niemanden. Es zählt nur, ob er schon einmal einen Kredit hatte und diesen zurückgezahlt hat. Aber Tommy verdient genug, so dass er keinen Kredit braucht, um einen Fernseher oder Kühlschrank zu kaufen. Also kein Kredit = kein Score = keine Kreditkarte. Fraglich ist, ob er überhaupt einen Kredit bekommen würde…

Doch es gibt ein Licht am Ende des Tunnels – eine Kreditkarte speziell für Personen zum Aufbau einer Credit History. Hurra, das ist es. Doch Halt – was steht da im Kleingedruckten… 90$ Jahresgebühr und maximaler Verfügungsrahmen 200$. Das ist wohl ein Scherz, 200$, da kann er ja noch nicht einmal im Supermarkt einkaufen. Na, das ist wohl nix für Tommy 😦

Glücklicherweise gibt es noch die sogenannte Debit-Card. Die ist vergleichbar mit unserer EC-Karte, der Betrag wird sofort vom Konto abgebucht und in den meisten Fällen akzeptieren Läden diese genau wie eine Kreditkarte – Da hat unser Tommy noch einmal Glück gehabt.

Bezahlen mit Scheck – oder in Amerika ist eben doch alles anders…

Mal ehrlich, wann habt ihr in Deutschland euren letzten Scheck ausgestellt? Ihr wisst, diese grünlich blauen Euroschecks im Scheckheft… Lang, lang ist’s her, oder? Hier in Amerika ist das Bezahlen mit Schecks an der Tagesordnung, sogar im Supermarkt. Immer wenn man in Deutschland per (online)-Überweisung bezahlen würde, stellt man in Amerika einen Scheck aus. Diesen schickt man dann mit der normalen Post an den Empfänger – High-Tech pur!

Ich will aber nicht verheimlichen, dass man manchmal Rechnungen auch online bezahlen kann. In diesem Fall trägt man Betrag, Empfänger, etc. in ein online-Formular der Bank ein und schwupp, schon druckt diese einen Scheck in meinem Auftrag und schickt ihn per Post an den Empfänger – Technik, die begeistert 😉

Das Ganze ist der Angst der Amerikaner vor „identity theft“, also Identitätsdiebstahl geschuldet. Ein nicht zu unterschätzendes Problem, bei dem sich ein Fremder der Identität eines gut angesehen Bürgers bemächtigt. Dies führt dazu, dass es ungefähr einem Mordversuch gleichkommt einen Amerikaner nach seiner Bankverbindung zu fragen. Aber ohne Kontonummer, keine Überweisung ⇒ also Scheck…

Wir haben inzwischen hunderte Schecks ausgestellt und uns bei der letzten Nachbestellung eines der Customizing Pakete gegönnt. Jetzt haben wir für ein paar Dollar extra, Schecks mit unserem Namen, einem Smiley und verschiedenen Hintergrundbildern. Das Customizing ist für die Amerikaner sehr wichtig, kann man sich dadurch doch von der Masse abheben. Je toller, desto teurer, z.B. Lederetui statt Pappschachtel und man kann sogar eigene Bilder auf die Schecks drucken lassen.

So long und viel Spass beim Bezahlen eurer Rechnungen…

We are the Champions

Wir sind Champions, wir, das heißt das College Football Team von Ohio State.

Die Ohio State Buckeyes haben im Finale gegen Oregon die National College Meisterschaft gewonnen. Übrigens die erste USA-weite College Meisterschaft überhaupt. Man muß sich das ungefähr so vorstellen, als würde Schalke deutscher Meister, die Champions-League und den Europapokal gleichzeitig gewinnen. Der Hype hier in Columbus, der Hauptstadt von Ohio ist unglaublich. Auf den Linienbussen stand statt der Fahrtrichtung „Go Bucks – beat Oregon“, im Radio hörte man nichts anderes mehr und die Zeitung hat 50.000 zusätzliche Exemplare gedruckt, die alle schon nach kurzer Zeit vergriffen waren. Man geht davon aus, dass der Dienstag nach dem Spiel der unproduktivste Tag seit Menschengedenken in Ohio war…

Inzwischen gibt es alle möglichen Jubelartikel, Kaffeetassen, Schnapsgläser, sogar Cola Dosen! Auch wir konnten uns dem Hype nicht mehr entziehen und haben uns mit T-Shirts, der Celebration-Cola und den passenden Kühlern dazu ausgestattet.

Go Bucks!

Ohio State ist übrigens nicht ganz unumstritten in die Play-Offs eingezogen. Anders als man das von Deutschland kennt, bestimmt nämlich nicht der Punktestand in der Tabelle über den Einzug in die Play-Offs, sondern die Mannschaften werden von einem Gremium bestimmt. Aber wen interessiert das heute noch – We are the Champions!

Seit unserem ersten Besuch im Stadion bin ich übrigens zum Football Fan mutiert und schaue mir die meisten Spiele im Fernsehen an… die Finalspiele natürlich erst recht. Einmal kam sogar meine Frau vorbei, um nachzusehen, ob mit mir alles in Ordnung ist, ich würde so komische Töne von mir geben. Vielleicht sollte mir das zu Denken geben… aber was soll’s – We are the Champions!

Amerikaner und Alkohol – die Zweite…

Bequemlichkeit über alles! Sogar beim Weintrinken geht dem Amerikaner doch nichts über seine „Convenience“! Unglaublich, aber wahr, hier gibt es den Wein schon fertig im Glas im Supermarkt zu kaufen. Und wie praktisch, man muss hinterher nicht einmal abspülen – Hoch die Tassen, Ex und hopp…

Für den gehobeneren Geschmack gibt es den Wein in der Aufreißtüte fertig portioniert für das eigene Glas (hoffentlich dann auch aus Glas und nicht aus Plastik). Ich hoffe es lesen alle die Anleitung auf der Rückseite und trinken den Wein nicht direkt aus der Tüte. Allein, dass überhaupt eine Anleitung auf der Rückseite ist, finde ich an sich schon wieder lustig…
Ob das dem eh schon leicht gestörten Verhältnis der Amerikaner zu Alkohol gut tut, mag der geneigte Leser selbst entscheiden…

P.S: Wir kaufen unseren Wein in (Glas-)Flaschen – mit einem Gläschen kommt man ja nicht weit. Prost…

Unglaubliche 7 Mrd $ für Halloween?!?

Halloween_HeaderJawohl, ihr habt richtig gelesen. Die Ami’s gaben letztes Jahr rund 7 Mrd. Dollar für Halloween aus.  Halloween erzielt damit den zweithöchsten Umsatz nach Weihachten. Unglaublich – oder? Laut Bericht haben insbesondere Kostüme für Erwachsene und Hausdeko zum rapiden Anstieg in den letzten Jahren beigetragen. Ich muss allerdings zugeben, dass eine gewisse deutsche Familie auch ihren Beitrag dazu geleistet hat, denn wir haben natürlich auch Deko vor dem Haus. Der Großteil der Summe geht in Kostüme und sagenhafte 2 Mrd. Dollar gehen für Süßigkeiten drauf.

Happy Halloween…