USA und Alkohol – trinken nur für 21 and over

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Selbst nach 2 Jahren verblüffen mich manche Regelungen immer noch. So auch wieder vor kurzem im Bundesstaat Massachusetts. Dies, und mein Vorsatz wieder mehr über das Leben in USA zu berichten, gab mir endlich den notwendigen Kick für diesen schon lange in meinem Kopf herumschwirrenden Artikel.

Was war passiert? Meine Frau wollte in Massachusetts Wein einkaufen, doch es war erst 11:30 und so erfuhr sie, dass dort Alkohol erst ab 12:00 Uhr verkauft werden darf. It is a state law, you know… Nein, natürlich wusste sie das nicht. Es macht ja auch voll Sinn, Alkohol erst ab 12:00 Uhr zu verkaufen *augenroll*.

Insgesamt darf man in USA Alkohol erst ab 21 Jahren kaufen und trinken. Logisch! Alkohol trinken ist ja auch viel gefährlicher als Autofahren, das man schon mit 16 Jahren darf oder eine Schusswaffe kaufen, was bereits mit 18 Jahren erlaubt ist. Auch zur Armee darf man schon bevor man Alkohol trinken darf. Das sind übrigens Regeln, die selbst viele Amerikaner nicht verstehen. Andererseits sind 74% gegen eine Reduzierung des drinking age auf 18 Jahre.

Im Walmart...

Im Walmart…

Geht man also Alkohol einkaufen, muss man eigentlich fast immer seinen Ausweis (ID) zeigen. In USA ist das der Führerschein. In Ohio übrigens ganz einfach gestaltet, ist man über 21, erhält man einen Führerschein im Querformat, ist man jünger im Hochformat. Damit muss der Verkäufer noch nicht mal Kopfrechnen… Selbst in einem Restaurant kann es einem passieren, dass man mit seinen beiden Kindern am Tisch sitzt, ein Bier bestellt und die Bedienung fragt nach der ID… Egal wie schlecht man im Schätzen des Alters ist, weder ich noch meine Frau gehen als unter 21 durch! Aber hier schlägt eine andere ebenso übertriebene amerikanische Gepflogenheit durch – bloß niemanden diskriminieren. Das führt dann zu We ID everybody. Ein wenig lustig ist es allerdings schon, wenn der ca. 70-jährige Opa am Nebentisch nachweisen muss, dass er schon über 21 ist… Walmart macht hier eine Ausnahme, hier muss man seinen Ausweis nur zeigen, wenn man unter 40 ist… Ich frage mich, was das ändert…

Hat man also im Supermarkt seine ID gezeigt und alles ist OK, heißt das noch lange nicht, dass man sein Bier auch gleich bekommt – Nein, nein, wenn nämlich die Kassiererin unter 21 ist, muss erst jemand über 21 kommen, der Wein oder Bier scannen und verpacken darf. Personen unter 21 dürfen offensichtlich die Flasche Alkohol noch nicht einmal berühren. Vermutlich ist Alkohol in USA selbst in Glasflaschen ansteckend…. Ich warte auf den Tag, an dem wir verhaftet werden, weil unsere Kinder eine Weinflasche im Einkaufswagen berührt haben 😉

Tja und natürlich gilt auch hier keine Regel ohne Ausnahme. Normalerweise muss nur der Käufer seinen Ausweis zeigen, das gilt aber nicht für Alaska. Denn dort müssen alle den Käufer begleitenden Personen ihren Ausweis zeigen, sobald etwas gekauft wird. Dies hat meiner Frau einen kleinen extra Spaziergang zum Auto beschert, denn sie hatte ihren Ausweis nicht dabei.

Abgesehen von Dry States, in denen es Alkohol nur im Liquor Store gibt, gibt es auch „normale“ oder eben nicht Dry States. In diesen Staaten gibt es Alkohol bis zu einer bestimmten Grenze im Supermarkt. Wer nun denkt diese Grenze ist von Bundesstaat zu Bundesstaat gleich liegt natürlich wieder falsch. In Ohio liegt die Grenze bei 21% es gibt also Bier, Wein und Likör, quasi paradiesische Zustände. Für Schnaps, Whiskey etc. muss man in den Liquor Store gehen. In Oklahoma jedoch liegt die Grenze bei 3,2% und man findet dort nur speziell gebrautes Bier mit genau 3,2% Alkohol. Im Liquor Store darf dort Bier mit mehr als 3,5% nur ungekühlt verkauft werden. Besonders gut gefällt mir eine Regelung aus Indiana, dort darf Alkohol an Wahltagen erst nach Schließung der Wahllokale verkauft werden.

Aber es gibt noch weit mehr Regeln (z.B. hier), von Bundesstaat zu Bundesstaat unterschiedlich und manchmal sogar innerhalb eines Staates… In Alaska mussten wir feststellen, dass es dort neben Dry Counties auch Dry Cities gibt, also Städte in denen es Alkohol nur in Liquor Stores gibt. Außerhalb der Stadt kann man den Alkohol dann wieder im Supermarkt kaufen. Als ob das jemanden vom Trinken abhalten würde…

Achja, das Bild oben ist ein Wristband, das kommt bei den wenigen Festivals zum Einsatz bei denen Bier ausgeschenkt wird. Nach einer Kontrolle des Ausweises erhält man dieses Band und kann dann tatsächlich richtiges echtes Bier kaufen und im Freien trinken. Aber bitte immer nur 2 auf einmal (kaufen, nicht trinken). Wenn man also eine Runde für die Freunde schmeißt muss man ein paar Mal laufen, aber das geht 😉 – man kann nämlich zwei mal zwei Bier kaufen, aber keine vier auf einmal…

Ach – ich könnte noch viel mehr Anekdoten zum Thema schreiben…, z.B. dass unser Praktikant aus Deutschland keinen Alkohol kaufen konnte, weil sein Ausweis 10 Jahre gültig ist und das der Verkäuferin komisch vorkam…

Schreibt doch was ihr erlebt habt – ich freue mich auf Kommentare.

Prost!

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USA begrenzt die maximale Rasenhöhe!?!

Grass_Control_UA_2014… und ich dachte immer nur in Deutschland ist alles bis ins Kleinste geregelt. Aber auch in USA findet man die aberwitzigsten Regeln – z.B. die Begrenzung der maximalen Rasenhöhe! Dieses Wochenende flatterte uns das „Gemeindeblatt“ von Upper Arlington ins Haus. Unter dem Kapitel usefull information for residents findet sich der Hinweis auf die Grass/Weed Control Guideline 583-5070. Den absoluten Knaller finde ich, dass die Stadt jemanden auf Kosten des Eigentümers mit Rasenmähen beauftragen kann.

Amazing american Stuff – einfach großartig!

Der Speckröster für die Mikrowelle

Es gibt nicht nur unglaubliche Leute bei Walmart sondern auch unglaubliche Dinge die die Welt nicht braucht. Heute habe ich diesen phänomenalen Speckröster bei Bed, Bath and Beyond gesehen.

Just amazing...

Just amazing…

Bestellungen werden noch angenommen… 😉

Unsere Amerikanisierung schreitet voran…

US_Census_kleinTja, was soll man sagen, jetzt „durften“ wir sogar am American Community Survey einer Volksbefragung teilnehmen. Vor ein paar Tagen flatterte uns ein Brief ins Haus, in dem wir höflich auf die bevorstehende Volksbefragung hingewiesen wurden und dass wir zufällig für die Befragung ausgewählt worden seien. Ja, ja, habe ich mir gedacht, befragt ihr mal ruhig die Bevölkerung, mich (uns) geht das ja nichts an. Ein paar Tage später dann der nächste Brief mit einer zusätzlichen Erklärung, dass alle ausgewählten Bürger zur Teilnahme gemäß Paragraph soundso verpflichtet sind und zwar unabhängig von ihrer Staatsbürgerschaft und dem Aufenthaltsstatus. Mist…
Beigelegen ist ein Link mit Code für den Online Fragebogen. Also habe ich mich am Wochenende an die Beantwortung gemacht. Gleich auf der ersten Seite:
Geschätzte Dauer zur Beantwortung 40 Minuten!!!
Weia… leider hat es tatsächlich solange gedauert. Aber jetzt habe ich das gute Gefühl etwas Wichtiges für die weitere Entwicklung der USA geleistet zu haben…. – oder so ;-). Wir fühlen uns jedenfalls geehrt, zu dem 1% der Bevölkerung zu gehören, die pro Jahr befragt werden…

In Deutschland wurden wir übrigens auch für die letzte Volksbefragung ausgewählt. Ob das wirklich alles so zufällig ist…

Schon wieder schulfrei … ?!

Wahltag für Issue #52

Wahltag für Issue #52

Was ist das Schönste an Wahlen für Kinder? Richtig, es ist schulfrei… Amerikaner wählen natürlich nicht am Sonntag wie wir es aus Deutschland kennen, sondern unter der Woche. Die Wahllokale sind in den Schulen und daher fällt natürlich die Schule aus. Diesmal war es eine Wahl in der es um issue #52 ging. Im Wesentlichen ging es um eine Erhöhung der Steuer für die Schule. Interessanterweise werden die Schulen von der Gemeinde oder Stadt bezahlt und diese erhebt dafür Steuern. Entweder auf Basis des Einkommens oder wie hier in Upper Arlington auf Basis des Grundbesitzes. (Gut für uns, weil wir sind nur Mieter :-))

Es ist übrigens völlig normal, dass in den Vorgärten die Meinung des Bewohners zur Schau gestellt wird.

Bei Gelegenheit muss ich auch einmal etwas über das Schulsystem und die Unterschiede zu Deutschland schreiben – Aber frei nach Conny Reimann: „Das ist eine andere Geschichte…“